Emei - Methode

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Emei - Übungen zur Regulierung des Qi

Der Merkvers "Sich dem Himmel nachbilden und die Erde zum Vorbild nehmen" leitet die Emei-Übungen an.

In ihrer äußeren Erscheinungsform verbinden die Emei-Übungen Elemente von Pfahl-Übungen, Übungen-in-Bewegung (donggong) und Übungen zum Leiten und Dehnen (daoyin). Kraftvolle Haltungen verbinden sich mit subtiler Bewegung. Hierbei spielen feine, sich schlängelnde Bewegungen eine große Rolle. Eine weitere Besonderheit ist das "Trennen des Qi entsprechend der Leitbahnen", wobei spezifische Hand- und Fußkräfte und die Bewegung der Finger und Zehen eine große Bedeutung erfahren. Die Bewegungen und Körperhaltungen lassen einen engen Bezug zu wichtigen Einflussorten und Akupunkturpunkten erkennen. Die Übungen können in Verbindung mit Lauten, die dem Charakter der Bewegung, z.B. Sinken oder Öffnen, entsprechen, ausgeführt werden.

Bild 1: Nach vorne kreisendein Taiji zeichnen Bild 2: Der Phönix nickt mit dem Kopf
Nach vorne kreisend ein Taiji zeichnen Der Phönix nickt mit dem Kopf
Bild 3: Becken Beine Arme sinken gleich der Abendsonne Bild 4: Im Pferdschritt mit den Händen Sand schöpfen
Becken, Beine, Arme sinken gleich der Abendsonne Im Pferdschritt mit den Händen Sand schöpfen

Die Emei-Sequenzen bergen zahlreiche Elemente, die aus der Heilkunde, dem Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus entstammen. Somit stellt diese Methode im Grunde genommen eine Synthese aus den genannten Lehren dar. Ihr Aufbau ist dem Vorbild der Natur (Himmel und Erde) nachgebildet; die Sequenzen Himmel und Erde bilden den Anfang der 12 Sequenzen der Emei-Methode. Und so heißt es in dem entsprechenden Merkspruch "Sich dem Himmel nachbilden und die Erde zum Vorbild nehmen" und "Groß fürwahr sind Himmel und Erde". Hier deutet sich ein Einfluss der Philosophie von qian (Himmel) und kun (Erde) an, die im Buch der Wandlungen(Yijing) dargelegt wird.

Prof. Jiao Guorui hat die 12 Übungssequenzen der Emei-Methode im Jahr 1961 von seinem Lehrer Zhou Qianquan erlernt und im Laufe der Entwicklung seines Lehrsystems bearbeitet. Diese Bearbeitung umfasst, auf der Grundlage der Erhaltung der ursprünglichen Übungsformen und -prinzipien, folgende Punkte:

1. Integration wichtiger Leitgedanken des Lehrsystems Qigong Yangsheng: so u.a.: im Aufrichten ist auch Verhaltenheit, Entfaltung verbindet sich mit Sammlung; Innen sieben, außen drei, jede einzelne Qi-Bewegung wird zur Wurzel, dem Dantian, geführt; der Wechsel von Yin und Yang, Ruhe und Bewegung geschieht natürlich; Yin bildet die Grundlage des Yang, Yin und Yang wirken komplementär.
2. Varianten und Anpassungsmöglichkeiten, die den unterschiedlichen Bedingungen der Übenden Rechnung tragen. Auf dieser Grundlage lassen sich die Übungen, die von ihrer Art her eine relativ große Körperkraft erfordern, von Übenden mit den unterschiedlichsten Konditionen ausgeführt und sowohl zur Kräftigung der Konstitution wie auch zu therapeutischen Zwecken einsetzen.
3. Ausarbeitung von Standardbezeichnungen für die Übungen (jeweils aus vier chinesischen Schriftzeichen bestehend).
4. Ergänzung der Übungsfolgen "Himmel" und "Erde" entsprechend den Prinzipien der Ausgewogenheit von links und rechts und der Yin-Yang Harmonie.

Prof. Jiao Guorui beurteilte das Wirkpotential der Emei-Übungen folgendermaßen: Werden die Emei-Übungen intensiv und aufmerksam erlernt und praktiziert, und erfasst man ihren Wesenskern, so lassen sie sich im Rahmen der Gesunderhaltung und Therapie mit guter Wirkung einsetzen.

Emeishan

Der Emeishan, einer der vier berühmten Berge des chinesischen Buddhismus, ist im Südwesten des Kreises Emei in der Provinz Sichuan lokalisiert. Seinen einander gegenüber aufragenden Gipfeln, die in ihrer Gestalt geschwungenen Augenbrauen gleichen, verdankt er seinen Namen (wörtlich: "Berge der wunderschön geschwungenen Augenbrauen"). Der Emeishan ist auch eine vielbesuchte landschaftliche Attraktion. Innerhalb des Daoismus trägt das Bergmassiv den Namen Xuling dongtian ( übersetzt: "Grottenhimmel des leeren Hügels")

Sonnenaufgang, Wolkenmeer, Buddhaglanz und Heiligenleuchte sind die vier berühmten Naturerscheinungen des Emeishan. Bei dem Buddhaglanz und der Heiligenleuchte handelt es sich um Lichterscheinungen, die unter bestimmten natürlichen Bedingungen durch die Sonnenlichtreflektionen auf den feinen Wassertropfen der Wolkenbildungen entstehen. Sonnenaufgang, Wolkenmeer, Buddhaglanz und Heiligenleuchte dienen auch als Metapher für die geistige Befindlichkeit, die sich bei der Praxis der Emei-Übungen in einem guten Übungszustand einstellt.

Poster

Übungen zur Regulierung des Qi

2 Poster, Format jeweils 48 x 122 cm, schwarz

Poster: Emei-Übungen zur Regulierung des Qi
Darstellung der Sequenz "Himmel"

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